Die Ankercrew bittet zum großen Finale

03.06.2004

Am Sonnabend ist es nun soweit: Der große (Aufstiegs-) Hit zwischen dem Führungsduo der Verbandsliga steht an. Um 15 Uhr empfängt der FC Anker Wismar im Kurt Bürger Stadion (vielleicht später in der Fritz Laband-Arena) den Spitzenreiter aus Torgelow zum Kampf um den Staffelsieg. Nur ein Sieg eröffnet der Ankercrew praktisch die Chance zum Oberligaaufstieg, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Greifen im letzten Spiel auf eigenem Platz vom Rostocker FC dann noch überraschen lassen.

Am Sonnabend muss die Hütte brennen

Und auch dann sind noch nicht alle Messen gelesen, denn dann müssen die Hansestädter am letzten Spieltag beim SV Hafen Rostock ebenfalls noch gewinnen um den Aufstieg in die höchste Amateurspielklasse des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) zu schaffen. Den haben der BFC Dynamo in Berlin und der Ludwigsfelder FC in Brandenburg bereits geschafft. Vor allem der zehnfache DDR-Meister hat die Berliner Verbandsliga „aufgemischt“. Zur Halbserie noch mit neun Punkten im Rückstand gewann die Mannschaft alle 17 Rückrundenspiele und beendete die 34 Punktspiele mit 85 Punkten.

„Und da will meine Mannschaft unbedingt hin und wird das Spiel in bester Besetzung und mit vollstem Einsatz bestreiten. Die Truppe ist heiß und wird alles versuchen, den Spitzenreiter in die Knie zu zwingen. Das dieses Vorhaben aber ein sehr schweres sein wird, darüber ist sich die Mannschaft bewusst. Beim Hinspiel haben uns die Torgelower teilweise vorgeführt, bekamen wir den schnellen Alexander Allert (16 Tore) nie in den Griff. Auch Torjäger Marcin Fletjer kam in den letzten Wochen immer besser in Form und ist mit 21 Toren bester Torgelower Goalgetter. Meine Jungs haben aber eine sehr gute Trainingswoche abgeliefert und alle 18 Spieler brennen auf ihre Einsatzchance“, läßt Ankertrainer Axel Rietentiet aber keinen Zweifel am Wollen seiner Spieler aufkommen.

„Jetzt in der entscheidenden Phase der Punktspiele gibt es kein Wenn und Aber mehr. Wir haben lange auf dieses Ziel hingearbeitet, die kleine Durststrecke von den Spielen in Malchow und gegen Waren überwunden und wollen unsere Zuschauer mit einem Sieg auf die anschließende Saisonabschlussfeier einstimmen. Ohne einen eigenen Sieg würde diese Feier aber eher eine Trauerfeier werden. Ob ich letztlich das entscheidende Tor erziele oder einer meiner Mitspieler ist völlig egal, die Hauptsache ist, wir schießen einen Treffer mehr als die Greifen“, ist auch Ankertorjäger Thomas Haese heiß auf das entscheidende Spiel. Der Ex-Schönberger hat großen Anteil an dem Aufschwung in dieser Saison, denn in den 27 Punktspielen die er bestritt (in Papendorf hatte er auf Grund seiner 5. Gelben Karte gefehlt), traf er inzwischen 30 Mal ins Schwarze und löste mit dieser Trefferquote den bisherigen Rekordtorjäger des FC Anker, Jörg Nechels, ab, der in der Verbandsligasaison 1999/2000 ingesamt 29 mal ins Schwarze traf.

Geht man von der bisherigen Statistik zwischen beiden Teams aus, ist der FC Anker Wismar favorisiert, denn die Mannschaft vom Trainerduo Axel Rietentiet/ Manfred Körner konnte alles bisherigen fünf Heimspiele gegen die Greifen gewinnen und kam in allen gemeinsamen (Verbandsliga-) Spieljahren vor den Vorpommern ins Ziel. Fünfmal traten die Greifen bisher im Kurt Bürger-Stadion an, fünfmal gingen Sie als Verlierer vom Platz. 15 Punkte bei 12:4 Toren ist die eindrucksvolle Bilanz der Ankercrew gegen die Vorpommern. Interessant ist auch der Fakt, dass es an einem 05. Juni bereits einmal ein Spiel zwischen beiden Teams gab. In der Saison 1998/99 sicherten sich die Hansestädter mit einem 3:2-Heimsieg gegen die Greifen die Vizemeisterschaft. Zweimal Dirk Taflo und ein Treffer von Steve Krökel sicherten damals den Sieg.

In diesem Spitzenspiel können zwei kleine Jubiläen gefeiert werden. Zum einen wird Ankerkeeper Mathias Trommer sein 160. Verbandsligaspiel für den FC Anker bestreiten, zum anderen würde ein Erfolg der Ankercrew gleichzeitig den 90 Heimsieg in der Verbandsligageschichte bedeuten. Dem gegenüber stehen lediglich 15 Unentschieden und nur 11 Niederlagen, bei einem Torverhältnis von 214:70!

„Wir brauchen gegen Torgelow natürlich auch unsere Zuschauer. Ich hoffe, dass die Hütte brennt, dass wir vor über 1.000 Fußballfans auflaufen. Und wenn die dann noch wie ein Mann hinter uns stehen, wird es noch einfacher für uns“, hofft Rietentiet auf das Publikum als 13. Mann.

„Wie wichtig das Publikum ist, hat das letzte Wochenende bewiesen. Da spielte sich Rot Weiß Erfurt in einen Rausch und durch einen 2:1-Erfolg über Saarbrücken in die 2. Bundesliga und auch Dynamo Dresden machte vor 36.000 (!!) Zuschauern mit einem 1:0-Sieg gegen Neumünster den Aufstieg in die 2. Bundesliga praktisch perfekt. Und obwohl die Dresdner sich gegen den Tabellenletzten mächtig quälen mussten, das Publikum stand hinter der Mannschaft. Hoffen wir, dass uns auch die Wismarer Fans so unterstützen“, so Ankervizepräsident Wilfried Firgt im Vorfeld der Partie.

Besonders traurig ist Manndecker Mario Peter, denn auf Grund der 5. gelben Karte in Pasewalk kann er gegen Torgelow nicht zum Einsatz kommen. „Ich werde aber auf der Bank sicher aufgeregter sein als auf dem Feld. Aber ich bin mir sicher, dass mein Vertreter seine Aufgabe auch bestens erfüllen wird, damit ich auf dem Platz in Rostock mithelfen kann, den Aufstieg endgültig perfekt zu machen, sagte der sympathische Abwehrspezialist. Ein Glückwunsch auch noch nachträglich an Alexander Klann, der in dieser Woche seinen 24. Geburtstag feierte.

Das Spitzenspiel in der Fußball-Verbandsliga am kommenden Sonnabend zwischen dem FC Anker Wismar und Tabellenführer Torgelower SV Greif soll zu einem Volksfest gestaltet werden. Deshalb haben sich das Präsidium und der Vorstand des FC Anker ein buntes Programm einfallen lassen.

Bereits um 13 Uhr wird das Pokalendspiel der E-Junioren des KFV Nordwest ausgetragen. Um 13.30 Uhr öffnen die Kassen. Die Siegerehrung des Pokalendspiels ist für 14 Uhr vorgesehen. Ab 14.30 Uhr spielt dann die Musikgruppe der Großen Stadtschule.

Pünktlich um 15 Uhr erfolgt dann der Anstoß im Spitzenspiel zwischen dem FC Anker Wismar und Torgelower SV Greif. In der Halbzeitpause werden die Cheerleader des FC Anker ihr Können zeigen. Außerdem werden die Kreismeister der E-Junioren geehrt. Nach dem Spiel gegen 16.45 Uhr soll es für die Fans Freibier geben, solange der Vorrat reicht.