Desolate Schiedsrichterleistung zwang Anker in Verlängerung

11.10.2009

Der FC Anker Wismar hat sicher die nächste Landespokalrunde erreicht, aber das Team von Trainer Timo Lange musste beim Tabellendritten der Landesliga West in die Verlängerung, bevor der 3:0-Sieg perfekt gemacht werden konnte. Dass die Hausherren diese Verlängerung überhaupt erreicht haben, war nicht allein das Verdienst ihrer sehr guten Abwehrleistung und eines überragenden Keepers Michael Schulz, nein, den Hauptanteil daran hatte der Unparteiische. Gleich vier Tore der Hansestädter ließ der Mann aus der Eldestadt nicht gelten. Bei sehr viel Humor sollte der Betrachter dem Schiedsrichtergespann vielleicht 1,5 aberkannte Tore verzeihen, aber was dann folgte, war gelinge gesagt, eine Zumutung. In der 39. Minute schlug Fabian Bröcker eine Ecke von links gefährlich nach innen, Freund und Feind verpassten, bevor der am langen Pfosten stehende Sissoko Moussa den Ball über die Linie drückte. Entscheidung des Unparteiischen: kein Tor. Warum blieb unklar. Nur fünf Minuten später wurde es noch krasser. Wieder Eckball von der linken Seite, Kopfball Steffen Seering. Die Kugel schlug unter der Latte ein, aber wieder ließ Dittrich den Treffer nicht gelten. Seering verstand nun die Welt nicht mehr, sank zu Boden, streckte die Hände zum Himmel und - sah die rote Karte! Über seine Lippen war kein Wort gekommen, auf dem Spielberichtsbogen gab es den Vermerk „grobe Unsportlichkeit". Es bleibt die Frage, was für eine grobe Unsportlichkeit Seering begangen haben soll. Auf Nachfrage erklärte der Unparteiische zur Pause, er habe sich durch diese Geste beleidigt gefühlt.

Trotz Unterzahl blieben die Gäste auch nach der Pause drückend überlegen, hatten gut 80 Prozent Spielanteile, aber die von Christian Radom (früher FC Schönberg) gut organisierte Abwehr konnte immer wieder die Angriffe der Ankerelf klären oder Schulz konnte glänzend reagieren. So blieb er bei Kopfbällen von Andre Hildebrandt (55. und 57.) der Sieger, in der 64. Minute holte er einen Kopfball von Fabian Bröcker aus dem Dreiangel und auch die letzte Kopfballchance der Hansestädter durch Marcel Wulff wurde seine Beute. So kam es wie es kommen musste, beide Teams mussten in die Verlängerung.

In der kurzen Pause feuerte Mannschaftskapitän Fabian Bröcker seine Jungs dann noch einmal an und sah sich schon sicher in der 4. Pokalrunde. Er ging mit gutem Beispiel voran, denn in der 92. Minute hämmerte er einen Freistoß aus 20 Metern oben links ins Dreiangel, unhaltbar für den TSG-Keeper. Nun war die Moral der Hausherren endgültig gebrochen und den Hansestädtern gelangen durch Andre Hildebrandt zwei weitere Kopfballtreffer.

„Wir sind mehr als verdient in die nächste Pokalrunde eingezogen, denn die Gastgeber hatten nicht eine einzige klare Tormöglichkeit. Sie haben zwar aufopferungsvoll gekämpft, eine Siegchance hatten sie aber zu keiner Zeit. Trotzdem habe ich so eine Benachteiligung schon lange nicht mehr erlebt, aber wir sind am Ende verdient in die nächste Runde eingezogen", sagte ein über die Leistung des Unparteiischen enorm verschnupfter Ankertrainer Timo Lange nach dem Spiel.

Die nächste Pokalrunde wird am 14./15. November ausgetragen.

Anker: N. Kanter - Gierahn, L. Kanter, Seering, Laumann - Rosinski (73. Wulff), A. Hildebrandt, Bröcker(109. S. Hildebrandt), Schwandt (73. Schnöckel) - Moussa, Heine.

von Lübecker Nachrichten