David Rosinski traf per Kopf und vom Elfmeterpunkt
19.10.2008
Mit einem 3:1-Heimsieg gegen den SV Waren 09 hat sich der FC Anker Wismar auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet. Es war ein hartes Stück Arbeit, das die Hansestädter gegen den bisherigen Dritten aus Waren zu verrichten hatten, am Ende der umkämpften neunzig Minuten war dieser Erfolg aber verdient. „Wir waren über die gesamte Spielzeit gesehen das etwas bessere Team und haben so auch verdient gewonnen", so Vizepräsident Thomas Cröplin nach dem Spiel, als er das Trainerduo zu diesem wichtigen Sieg beglückwünschte.
Die Hausherren begannen wie gewohnt offensiv und hatten durch Marcel Heine per Kopf (8.) und Maik Kerinn (15.) auch die ersten guten Tormöglichkeiten. Insgesamt gesehen hatte die Warener Hintermannschaft aber die Wismarer Angreifer meist im Griff und die Gäste konnten aus den abgewehrten Angriffen eigene Konter aufziehen. Bei einem dieser Konter über die rechte Seite foulte Mathias Schnöckel den durchgebrochenen Erik Gaedeke und Guido Timper ließ sich diese Chance nicht nehmen und verwandelte mit seinem achten Tor zur 1:0-Gästeführung. „Ich habe ihn etwas am Fuß erwischt, man kann, aber man muss nicht zwingend einen Strafstoß geben", so der Wismarer Abwehrspieler später.
Obwohl die Hansestädter sich von diesem Rückstand nicht schocken ließen, dauerte es bis zur 44. Minute bevor ihnen der Ausgleich gelang. Steffen Hildebrandt hatte eine Flanke über das gesamte Feld nach rechts zu René Rydlewicz gespielt, der nahm den Ball volley an, flankte in den Fünfmeterraum, wo David Rosinski ganz allein stand und zum Ausgleich einköpfte. Sicher ein seltener Treffer, denn ein Kopfballtor des kleinsten Wismarer Spielers ist schon eine Rarität.
Dieser Ausgleich und eine etwas lautstärkere „Halbzeitansprache" des Wismarer Trainers ließ die Hausherren nach der Pause noch besser ins Spiel finden. Und es dauerte dann auch nur bis zur 53. Minute, bevor Mannschaftskapitän Fabian Bröcker mit seinem fünften Saisontreffer die 2:1-Führung besorgte. Renè Rydlewicz hatte einen Freistoß auf den Kopf von Maik Kerinn gezirkelt, der köpfte die Kugel in den Lauf von Fabian Bröcker und Letzterer spitzelte den Ball rechts am Warener Keeper vorbei ins Tor. Sah der SV09-Schlussmann bei den beiden ersten Gegentreffern nicht gut aus, machte er in der Folgezeit seine Fehler jetzt mehr als wett, als er gute Einschusschancen von Heine, Bröcker und Charaffe vereitelte.
Aber auch die Müritzstädter blieben mit Kontern stets gefährlich. So traf Andy Purlinski nach einer Flanke von der rechten Seite nur den Außenpfosten und in der 80. Minute musste Wismars Schlussmann Johannes Höcker bei einem Kopfball von Guido Timper sein ganzes Können aufbieten, um die Kugel noch über die Latte zu lenken.
Die Entscheidung zu Gunsten der Hansestädter fiel dann in der 84. Minute. Der eingewechselte Jens Aepinus foulte den durchgebrochenen El Mouadan Charaffe, der Unparteiische Ingolf Söllig zeigte dem Warener Spieler die rote Karte und auf den Elfmeterpunkt. David Rosinski ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte eiskalt zum 3:1-Endstand. Ebenso wie Bröcker hat der kleine Wirbelwind nun auch bereits fünf Saisontreffer auf dem Konto.
Diesen Platzverweis kritisierte der 09-Coach zu heftig und wurde daraufhin ebenso wie Wismar's Co-Trainer Jürgen Rohloff unmittelbar vor dem Seitenwechsel, durch den Schiedsrichter von der Trainerbank verbannt. Der hatte sich zu einer gelben Karte für seinen Schlussmann zu lautstark geäußert. „Ich kann den Elfmeterpfiff nachvollziehen, aber eine rote Karte ist für mich deutlich zu hart", so Schröder anschließend.
Beide verantwortlichen Trainer sprachen auf der abschließenden Pressekonferenz von einem sehr guten Verbandsligaspiel mit viel Einsatz und spannenden Torraumszenen. „Schade, dass wir mit Ronny Schlüter und Michael Kaul bereits frühzeitig zwei wichtige Spieler verloren haben, vielleicht hätten wir mit beiden einen Punkt mitgenommen", so der Gästecoach Andre Schröder.
„Ich wusste, dass die Elf aus waren ein schwerer Gegner sein wird. Darauf haben wir uns im Vorfeld eingestellt. Wir haben das Team bei ihrem Punktspiel in Schönberg beobachtet und wussten um ihre Stärken. Aber letztlich haben wir verdient gewonnen und können auf diese Leistung weiter aufbauen und oben mitspielen.
In der Halbzeitpause wurden auch die Ansetzungen für das Viertelfinale um den Landespokal bekannt. Dabei hat das Ankerteam wieder eine Heimaufgabe zugelost bekommen, denn sie empfangen den Oberligisten Torgelower SV Greif. „Wichtig war, dass wir ein Heimspiel haben", so Co-Trainer Jürgen Rohloff. Der Termin dieser Begegnung steht aber noch nicht fest.
FC Anker Wismar: Höcker - Laumann, Kanter, S. Hildebrandt, Schnöckel (46. Gierahn) - Rosinski, Bröcker, A. Hildebrandt (86. Oldendorf) - Rydlewicz, Heine, Kerinn (64. Charaffe).
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




