Das Abenteuer Oberliga beginnt am Sonntag
06.08.2004
Endlich rollt wieder der Ball. Die Wismarer Fußballfans können sich auf eine spannende Saison im Kurt-Bürger-Stadion freuen. Namhafte Mannschaften werden hier ihre Visitenkarte abgeben. Am Sonntag startet der FC Anker Wismar in seine zweite Oberligasaison. Mit dem Sechsten der Oberliga Süd, den Amateuren vom FC Energie Cottbus, haben die Hansestädter am ersten Spieltag gleich einen dicken Brocken vorgesetzt bekommen. Vor dem Saisonauftakt sprach die OSTSEE-ZEITUNG mit dem verantwortlichen Trainer Axel Rietentiet.
OSTSEE-ZEITUNG:
In der abgelaufenen Saison stand der Name FC Anker Wismar für eine mutige Offensive, was 102 erzielte Tore deutlich beweisen. Wird der FC Anker diesen Angriffsfußball fortsetzen (können)?
Axel Rietentiet:
In der Verbandsliga waren wir grundsätzlich die Favoriten und mussten offensiv spielen, um unser Ziel, den Aufstieg in die Amateuroberliga, zu erreichen. In der Oberliga werden wir aus einer sicheren Abwehr heraus auf Konter spielen. Wir werden uns jetzt mehr nach unseren Gegnern richten müssen, um erfolgreich zu sein. Heim- und Auswärtsspiele werden von der Taktik her unterschiedlich sein, was nicht heißen soll, dass wir uns auswärts verstecken wollen.
OZ:
Das Duo Thomas Haese/Stephan Müller hat in der Verbandsliga gemeinsam 45 Treffer erzielt. Werden beide in der kommenden Saison wieder so auftrumpfen können und was trauen Sie Ihren anderen Angreifern zu?
Rietentiet:
Ich hoffe, dass unsere Stürmer auch in der kommenden Saison reichlich Tore erzielen werden, um somit den Klassenerhalt zu sichern. Wer die Tore schießt, ist am Ende egal, die Hauptsache ist, sie fallen überhaupt. Zudem haben Enrico Maaßen und Rene Ratke in der letzten Saison auch ihre Stürmerqualitäten bewiesen. Mit David Rosinski und Marcel Gieseler haben wir für den Angriff sogar noch zwei weitere junge Spieler verpflichten können, so dass hier der Konkurrenzkampf noch größer geworden ist.
OZ:
Warum ist Ihre Elf stärker als in der vergangenen Saison und welche Defizite sind vorhanden?
Rietentiet:
Wir konnten uns zur bevorstehenden Oberligasaison gezielt verstärken. Dadurch ist die Leistungsdichte auf allen Positionen besser geworden. Man braucht für eine so lange Punktspielzeit einen gleichwertigen Kader, um Verletzungen oder Sperren besser kompensieren zu können. Probleme sehe ich für die Spieler momentan darin, alles unter einen Hut zu bringen, sprich Arbeit, Familie und den Fußball. Bei vier bis fünf Trainingseinheiten in der Woche plus Wettkampf am Wochenende kommt viel Arbeit auf uns zu.
OZ: Stimmt in Ihrer Mannschaft die Mischung zwischen Routiniers und jungen Spielern?
Rietentiet:
Ich denke, wir haben eine sehr erfahrene Mannschaft zusammen, von der fast alle bereits Oberligaluft geschnuppert haben. Dazu unsere jungen Talente mit Landesauswahlberufungen (Norman Köhlmann, David Rosinski, Thomas Glaubitz und Enrico Maaßen), das sollte eine recht gute Mischung sein.
OZ:
Welche Teams sind für Sie die Aufstiegskandidaten, und wo stehen Sie am Ende mit Ihrer Mannschaft?
Rietentiet:
Etliche Mannschaften haben sich für die kommende Saison enorm verstärkt und wollen im Kampf um den Aufstieg in die Regionalliga mitmischen. Ich denke, es wird ein Sextett um den Staffelsieg und um diesen Aufstieg kämpfen. Dazu gehören die Teams aus Babelsberg und Neuruppin, aber auch der SV Yesilyurt, Tennis Borussia Berlin und die Amateure aus Rostock und Cottbus gehören zu diesem Favoritenkreis. Für uns kann es nur ein Ziel geben: Klassenerhalt! Die Chancen dafür trotz der fünf Absteiger in dieser Spielzeit sind recht gut. Ich gehe sehr optimistisch in die Saison!
OZ:
Als Aktiver spielten Sie bereits in der Bundesliga beim FC Hansa Rostock, später mit dem SV Warnemünde und dem PSV Rostock in der Oberliga. Was bedeutet für Sie persönlich Ihr Debüt als Oberligatrainer?
Rietentiet:
Für mich ist als Trainer ein Traum in Erfüllung gegangen. Mein Ziel war, nach meiner aktiven Zeit hier in Wismar als Trainer etwas Neues aufzubauen. Nach drei harten Jahren in der Verbandsliga von Mecklenburg-Vorpommern, wobei wir in meinem ersten Trainerjahr nur ganz unglücklich am Aufstieg gescheitert waren, haben wir es wieder geschafft, aufzusteigen. Darauf bin ich sehr stolz, weil meine Handschrift zu erkennen ist. So ein Ziel erreicht man aber nur mit einer Mannschaft, die voll hinter der Aufgabe steht, und einem Präsidium, Vorstand sowie Aufsichtsrat, die die Voraussetzungen für ein solches Abschneiden geschaffen haben. Beides war im letzten Spieljahr gegeben.
OZ:
Welches Spielsystem werden Sie in der Saison bevorzugen?
Rietentiet:
Wir werden unser Spielsystem aus der Verbandsliga beibehalten. Das bedeutet ein so genanntes 3-5-2-System. In der Abwehr mit einer Dreier-Kette, davor ein komprimiertes Mittelfeld mit fünf Spielern und zwei Stürmern. Trotzdem wollen wir aber nicht ausrechenbar sein.




