Bitter: Starkes Ankerteam schied aus dem Pokalwettbewerb aus

13.12.2009

So ungerecht kann Fußball sein. Da ist das gastgebende Ankerteam zumindest sechzig Minuten lang das klar bessere Team, am Ende jubelt aber Oberligist Malchower SV über einen 1:0-Sieg und den Einzug in das Viertelfinale im Landespokal. Nun hat es den FC Anker Wismar in diesem Jahr doch noch „erwischt", denn nach einer tollen Serie ohne Niederlage in den letzten neun Monaten musste das Ankerteam erstmals mit ansehen, wie der Gegner jubelt. Und die Malchower wussten genau, warum sie nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Peter Brügmann ausgelassen im Kreis tanzten, denn nicht sie, sondern die Hausherren waren in dieser Pokalpartie die eindeutig bessere Elf.

In der Anfangsphase versuchte das Malchower Team, der Partie seinen Stempel aufzudrücken und wollte immer wieder über die eigene rechte Angriffsseite zum Erfolg kommen, wo mit Lars Rother ein schneller Spieler stand. Aber die Ankerhintermannschaft stand sicher, und so fanden die Hausherren immer besser ins Spiel. Daraus ergaben sich dann auch die ersten Torchancen. Nachdem Paul-Friedrich Kornfeld im Gästetor in der 25. einen Schuss von David Rosinski sicher pariert hatte, stand ihm sechs Minuten später das Glück zur Seite, als der nächste Knaller von Rosinski an den langen Pfosten klatschte. Noch bitterer für die Elf von Ankertrainer Timo Lange dann die beiden nächsten Szenen. Der wie das gesamte Team sehr engagiert spielende Marcel Heine hatte trocken abgezogen, Kornfeld konnte diesen Schuss nicht festhalten und musste nach vorne abprallen lassen. Direkt vor die Füße von Steffen Seering. Doch „Eiche" wollte kein Geschenk und ein einfaches Tor, sondern er nahm den Ball an und wollte ihn über den Malchower Schlussmann heben. Der aber roch den Braten und fing die Kugel noch ab. Im direkten Gegenzug machte es der Oberligist besser. Wieder kamen die Gäste über die rechte Seite, Lars Rother schoss und vom langen Pfosten prallte die Kugel ins Ankertor. Die letzte gute Möglichkeit der Hansestädter vor der Pause hatte dann noch Marcel Wulff, aber sein Kopfball in der 44. Minute brachte nichts ein.

In der zweiten Halbzeit dann eine spielerisch und kämpferisch ganz starke Ankerelf, die sich innerhalb von zehn Minuten nach der Pause gleich sieben Eckbälle erkämpfen konnte. Diese Standards brachten immer wieder Gefahr vor dem Gästetor, aber mit viel Glück und Geschick hielten die Malchower ihr Tor sauber. Dieser Einbahnstraßenfußball Richtung Gästetor hielt über die gesamte zweite Hälfte an, Ankerkeeper Johannes Höcker blieb praktisch beschäftigungslos und tauchte zum Ende der Partie immer wieder im MSV-Strafraum auf.

Nachdem auch die Chancen von Stefan Schwandt nach Eingabe von Fabian Bröcker (80.), einen Kopfball von Marcel Heine (81.) und einen Schuss von David Rosinski (82.) verpufft waren, schienen die Hausherren dann doch am Ziel ihrer Bemühungen. Rosinski war in den Strafraum der Gäste eingedrungen und dort von Mathias Feyerabend gefoult worden. Der kurz zuvor eingewechselte Fabian Bröcker übernahm in der 87. Minute die Verantwort, scheitere aber am starken Malchower Keeper, bei dem sich der Oberligist letztlich über den Einzug in die nächste Pokalrunde bedanken konnte. So konnten am Ende die Gäste über den Einzug ins Pokalviertelfinale jubeln, wohl wissend, dass der Fußballgott an diesem Nachmittag die blauen Trikots der Malchower Elf anhatte.

„Es ist mehr als ärgerlich, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Mein Team hat eine Stunde lang die Partie beherrscht, am Ende zählen im Fußball aber nur die Tore und die haben wir heute trotz bester Möglichkeiten nicht erzielt. Ich hoffe, dass sich die Mannschaft das zu Herzen nimmt und schon am kommenden Sonnabend im letzten Punktspiel gegen Waren wieder zeigt, wer Herr im Hause ist. Dann aber nicht nur spielerisch, da waren wir heute auch klar überlegen, sondern auch in der Trefferausbeute", so Ankertrainer Timo Lange.

Tore: 0:1 (32.) Lars Rother

SR.: Peter Brügmann (Schwerin)

Z.: 200

FC Anker mit: Höcker - Martens, Kanter, Seering, Laumann - Rosinski, A. Hildebrandt, Heine, Schwandt - Wulff (79. Bröcker), Moussa.

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)