Anker will stärker auf Nachwuchsarbeit setzen

08.07.2006

„Wir wissen, was wir falsch gemacht haben und was richtig war.“ Mit diesen Worten eröffnete Bernd Kryczanowsky am Donnerstagabend die Mitgliederversammlung des FC Anker Wismar im Hansa-Hotel. Der Präsident des Fußballclubs sprach nach dem wirtschaftlich und sportlich turbulenten Jahr viele heikle Themen an. Er ließ dabei weder den „negativen Begleiter Finanzen“ noch die „Unzufriedenheit im Verein“ unerwähnt. Schließlich übernahm er ein großes Stück Verantwortung für den Abstieg der ersten Männermannschaft von der Oberliga in die Verbandsliga. Für die offene Ansprache bekam er Applaus.

Von den visionären Plänen des vergangenen Jahres, bis 2010 in der Regionalliga spielen zu wollen, hat sich der Verein distanziert. Auch der Wiederaufstieg in die Oberliga ist kein Muss. „Kein Aufstieg um jeden Preis“, betonte Vizepräsident Heiko Moll. Erst müsse der Verein die finanziell angespannte Situation in den Griff bekommen, so die einhellige Überzeugung. Der Vorstand strebt eine bessere Kommunikation der Strategie, stärkere Repräsentation in den Verbänden und den Ausbau des Schiedsrichterwesens an.

Mittelfristig soll die 500-Mitglieder-Grenze geknackt werden, um eine hauptamtliche Stelle vom Landessportbund finanziert zu bekommen. Aktuell hat Anker Wismar etwa 360 Mitglieder. Der Vorstand bemühte sich, den Blick nicht nur auf die „Erste“ zu richten. Die Erfolge im Jugendbereich bildeten das Fundament für die Zukunft. „Hätten die A-Junioren nicht so oft in der Männermannschaft ausgeholfen, wären sie vielleicht in die Regionalliga aufgestiegen“, meint Moll. Auch die jüngeren Mannschaften – bis zur D-Jugend sind alle in der Landesliga vertreten – hätten eine sehr erfolgreiche Saison hinter sich. Auf die Belange des Nachwuchses soll stärker als bisher eingegangen werden. „Sponsoren kommen nicht nur für die erste Mannschaft, sie honorieren besonders die Jugendarbeit“, erklärte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Prof. Bernd Romeike.

In der Aussprache wurde die Vereinsführung mit den Ereignissen des abgelaufenen Jahres konfrontiert. „Subjektive Entscheidungsfindungen“, „Verprellen der einheimischen Spieler“, „Luftschlösser“ und „verfehlte Arbeit“ wurde den Verantwortlichen vorgeworfen, die sich auf die Diskussion mit den Mitgliedern einließen. Prof. Romeike betonte, dass die Arbeit aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder auf ehrenamtlicher Arbeit beruhe. Zum Abschluss wurden zahlreiche Mitglieder für ihr jahrelanges Engagement im Verein mit Urkunden und Blumen geehrt. Für die kommende Saison gab Heiko Moll stellvertretend für die Führungsriege des FC Anker ein Versprechen ab: „Wir werden nur noch das ausgeben, was wir haben.“