Anker will Aufwind von Hansa stoppen

21.10.2005


Mit dem Landesderby gegen den FC Hansa Rostock II (Sonntag, 14 Uhr, Kurt-Bürger-Stadion) sind es bereits drei Monate, die Enver Alisic als Trainer des FC Anker Wismar arbeitet. Mit ihm haben die Hoffnungen auf guten und erfolgreichen Fußball Einzug gehalten. Mit ihm kam aber auch die Gewissheit, dass der Verein sich ändern muss, um dauerhaft seinen Platz in der vierthöchsten Spielklasse zu behaupten.

„Ich habe mir meinen neuen Arbeitsplatz damals nicht ganz so vorgestellt. Von Professionalität sind wir noch weit entfernt, da können wir von Vereinen wie Union Berlin und Babelsberg lernen. Aber es tut sich etwas beim FC Anker, das stimmt mich optimistisch“, zieht Alisic Zwischenbilanz. Seine Mannschaft sieht der namhafte Fußball-Lehrer vor dem wichtigen Heimspiel gegen Hansa II auf einem guten Weg. Mit dem Auftreten seines Teams bei der 1:3-Niederlage beim Tabellenzweiten SV Babelsberg (Alisic: „die spielstärkste Mannschaft der Liga“) am vergangenen Sonnabend war er zufrieden. Am Sonntag, im Landesderby gegen die Zweitliga-Reserve aus Rostock, soll die Leistung dann wieder in Punkte umgemünzt werden. Schließlich gehört Anker zu den stärksten Heimmannschaften der Oberliga.

Dagegen ist Hansa II gemeinsam mit dem Berliner AK und Schlusslicht Falkensee/Finkenkrug die einzige Truppe, die nach neun Spieltagen noch ohne jeden Auswärtspunkt dasteht. Diese Bilanz ist Hansa-Trainer Thomas Finck ein Graus, weshalb er nach vier Niederlagen auf fremden Plätzen in Wismar „unbedingt den Bock umstoßen“ will. Nicht nur deshalb ist Anker vor dem Tabellensechsten gewarnt. Denn am vergangenen Wochenende bogen die Finck-Schützlinge dem Tabellenführer MSV Neuruppin eine empfindliche 0:2-Niederlage bei.

Grund zur Ängstlichkeit besteht deshalb aber nicht, denn erst vor zwei Wochen hat sich der FC Anker gegen die erste Vertretung der Rostocker respektabel geschlagen (0:4). Alisic lässt keinen Zweifel daran, dass er auch gegen die Hansa-Bubis einen Punkte-Dreier für möglich hält. „Wir haben eine Siegchance. Nach dem Ende der personellen Unklarheiten beginnt für uns die Meisterschaft erst richtig"“, sagte der 58-Jährige. Sollten die Wismarer das Spiel gewinnen, hält der Trainer eine Siegesserie für möglich. „Wenn wir das Niveau des Babelsberg-Spiels halten können, werden wir eine Serie starten“, ist Alisic überzeugt. Bislang sind den Hansestädtern noch keine zwei Siege in Folge gelungen. Der Grundstein soll am Sonntag gelegt werden. „Ich hoffe, dass viele Zuschauer sich das Derby zweier guter Oberligamannschaften ansehen werden“, blickt der Anker-Coach voraus. Der Besuch im Kurt-Bürger-Stadion kann sich doppelt lohnen, denn jedes Ticket für das Fußball-Landesderby berechtigt auch für den Eintritt zum anschließenden Spitzenspiel in der 2. Handball-Bundesliga zwischen der TSG Wismar und der HSG Blomberg/Lippe.

Robert Schwarz