Anker wieder ohne Erfolg in Weitenhagen

26.10.2008

Der FC Anker hat bei seinem Höhenflug ein Luftloch erwischt. Beim VSG Weitenha- gen verlor das Team 0:1 und fiel auf Tabellenplatz 5 zurück. In den beiden letzten schweren Heimspielen hatte der FC Anker Wismar tolle Leistungen geboten, konnte als Sieger mit den eigenen Fans feiern. Diesmal mussten die Hansestädter dies dem Weitenhäger „Oldieteam" überlassen, das sich über den glücklichen 1:0-Erfolg auch lautstark freute und über den Platz tanzte.

Es gibt Vereine, die liegen einer Mannschaft einfach nicht. Da reist man mit viel Selbstvertrauen an, diktiert die Partie über weite Strecken, doch am Ende steht man mit leeren Händen da. So geschehen an diesem Wochenende in der Partie der Hansestädter beim „Angstgegner" VSG Weitenhagen. Einzig im Pokalspiel in der vergangenen Saison konnte Anker erfolgreich bleiben. In den Punktspielen blieben die Randgreifswalder bisher stets ungeschlagen. Diesmal reichte ihnen ein Treffer von Patrick Hildesheim in der 20. Minute. Nach einem Angriff über die linke Seite schlug Tino Kunizka den Ball nach innen, Hildesheim kam aus vierzehn Metern frei zum Schuss und jagte das Leder rechts oben ins Dreiangel. Ankerkeeper Johannes Höcker hatte keine Abwehrchance. Die Wismarer drängte nun auf den schnellen Ausgleich, aber hatten dabei einfach kein Glück. So rutschte ein Freistoß von René Rydlewicz knapp am rechten Pfosten vorbei ins Aus, bevor Fabian Bröckers Pechphase begann. In der 31. Minute wurde sein Schuss aus 25 Metern noch abgefälscht, zwei Minuten später klärte der 35-jährige Stefan Hafermann im VSG-Tor, bevor der Weitenhäger Keeper in der 43. Minute einen praktisch unhaltbaren Schuss des Wismarer Mittelfeldspielers noch irgendwie aus dem Dreiangel kratzte.

In der Halbzeitpause forderte Ankertrainer Bego Catic noch einmal vollsten Einsatz seiner Elf, die nach Wiederanpfiff auch sofort weiterstürmte. Doch an diesem Nachmittag wollte einfach nichts klappen. Die Hausherren bauten ein Doppelbollwerk vor dem eigenen Strafraum auf, schlugen die Bälle aus der Abwehr einfach nach vorne, von wo sie prompt wieder zurückkamen. Ankertorwart Johannes Höcker war in der zweiten Halbzeit praktisch beschäftigungslos. Doch die Mannschaft konnte aus dieser haushohen Überlegenheit kein Kapital schlagen.

„Nach fünf Siegen in Folge haben wir uns heute wieder einmal blamiert, denn diese Partie hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Aber sobald wir auf sehr defensiv eingestellte Mannschaften treffen, tun wir uns schwer. Leider haben wir nun unsere sehr gute Ausgangsposition eingebüßt, mit einem Dreier wären wir schon auf den zweiten Rang geklettert. Jetzt ist unser Rückstand auf die Schönberger bereits auf elf Punkte angewachsen", so der nach der Partie über diese unnötige Niederlage sichtlich verärgerte Ankertrainer.

FC Anker mit: Höcker - Gierahn, Kanter, S. Hildebrandt, Laumann - Rosinski, A. Hildebrandt, Heine (86. Nienkarken), Bröcker - Rydlewicz, Kerinn (63. Charaffe).

von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)