Anker trifft heute auf wiedererstarkte Berliner

18.11.2005


Der FC Anker Wismar misst sich heute im Berliner Mommsenstadion mit dem Oberliga-Tabellennachbarn Tennis Borussia. Noch drei Spiele muss der FC Anker Wismar in der Oberliga-Hinrunde bestreiten. Drei Spiele, die entscheidenden Einfluss auf den Saisonverlauf haben können. Den wohl größten Stellenwert - vor allem psychologisch - hat die heutige Begegnung bei Tennis Borussia Berlin. Denn sollte im Berliner Mommsenstadion heute Abend um 19.30 Uhr die nächste Niederlage folgen, stünde der FC Anker erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz.

Allen Skeptikern macht Wismars Trainer Enver Alisic Hoffnung. „Schauen Sie sich die TSG Neustrelitz an. Die Mannschaft hatte nach der Oberliga-Hinrunde 2004/05 nur neun Punkte und am Ende trotzdem die Klasse gehalten. Wir haben jetzt elf Punkte“, betont der 58-Jährige. Soll heißen: Nichts ist verloren, auch wenn die Ergebnisse der letzten Wochen alles andere als erfolgversprechend sind. Mit dem Kader des Bad-Kleinen-Spiels (1:2 n. V./OZ berichtete) werden die Wismarer in die Hauptstadt reisen. Fehlen werden allerdings Flügelflitzer David Rosinski (5. gelbe Karte) und Tino Goebel (Bauchmuskelverletzung). Im Mannschaftsbus wird auch der neue Präsident Bernd Kryczanowski mitfahren, der damit seine Verbundenheit zur ersten Mannschaft signalisieren will.

Anker wird auf eine wiedererstarkte TeBe-Mannschaft treffen. Vor der Saison zählten die Berliner noch zum engeren Favoritenkreis, nach zwölf Spielen stehen sie auf einem Abstiegsplatz. „Da unten gehören sie mit Sicherheit nicht hin“, weiß Alisic. Kollege Dejan Raickovic, der den entlassenen Theo Gries mindestens bis zur Winterpause als Interimscoach ersetzt, sieht das ähnlich: „TeBe gehört unter die ersten Fünf der Liga. Und wer weiß, vielleicht kommen wir da in dieser Saison noch hin.“ Ganz schön selbstbewusst für einen Abstiegskandidaten. Doch der 3:0-Pokalsieg am vergangenen Wochenende gegen Türkiyemspor - immerhin Fünfter in der Oberliga - lässt bereits das wahre Potential des „schlafenden Riesen“ TeBe erkennen. Deshalb machen sich die Wismarer auch keine Illusionen. Ein Punkt wäre ein Erfolg. „Tennis Borussia ist Favorit. Dejan Raickovic hat einen guten Kader. Trotzdem werden wir uns nicht abschlachten lassen“, sagt Enver Alisic trotzig. Die größte Baustelle in der Mannschaft bleibt die Abwehr, die mit 29 Gegentreffern nach wie vor die durchlässigste in der gesamten Oberliga ist. Einen Rücktritt im Falle einer Niederlage schloss Alisic kategorisch aus: „Ich werde unser Konzept durchziehen.“

Robert Schwarz