Anker-Team vor schwerem Auswärtsspiel
14.10.2005
Die punktspielfreie Zeit ist wieder vorbei. Der Oberligist FC Anker Wismar muss allerdings morgen zu einem schweren Auswärtsspiel reisen. „Endlich mal Ruhe“, sagte Enver Alisic gestern erleichtert. Denn nach diversen Umstellungen hat der Trainer vom FC Anker Wismar nun (fast) wieder sein altes Spielerkorsett beisammen. Istvan Gal, Josko Goreta, Mark Weidemann und Laszlos Zsigry werden morgen beim SV Babelsberg 03 (14 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) spielen können. Der Kroate Ivan Buljanovic ist mit Erlaubnis des Trainers zunächst zurück in die Heimat geflogen, um sein Jurastudium abzuschließen.
Die Begegnung mit dem Tabellenzweiten im „Karli“, wie die Babelsberger Fans ihr Stadion nennen, wird schwer genug. Das haben die Anker-Kicker bei der Videoanalyse des Spitzenspiels zwischen Tabellenführer Neuruppin und Verfolger Babelsberg (1:0) sehen können. Und überhaupt taten sich die Wismarer auswärts schwer – ein Pünktchen steht nach vier Partien zu Buche. „Das wollen wir ändern. Wir rechnen uns schon etwas aus, ich bin optimistisch“, beteuert Alisic. Mittelfeldspieler Sebastian Mahnke ist nicht mit von der Partie. Gerade erst eine hartnäckige Fußverletzung überstanden, zog sich der Pechvogel im Training eine Verletzung im Wadenbereich zu.
Seine Mannschaftskameraden haben in den letzten Wochen Standfestigkeit und Moral bewiesen. Beispiel Sebastian Peters: Bei seinem Oberliga-Debüt gegen den BFC Preussen vor zwei Wochen blieb der junge Angreifer noch unter seinen Möglichkeiten. Sein Cheftrainer, der ihm in seiner kurzen Zeit als Spieler der ersten Mannschaft eine „gute Entwicklung“ bescheinigt, hielt an ihm fest. Eine Woche später im Testspiel gegen den Zweitligisten FC Hansa (0:4) und beim Landespokalsieg in Trinwillershagen (2:0) stand Peters seinem Sturmpartner Josko Goreta in nichts nach. Lediglich ein Tor fehlt ihm noch. Wenn das ausgerechnet schon am Sonntag beim Favoriten Babelsberg 03 gelingen sollte, wäre es eine große Überraschung. An Selbstvertrauen mangelt es Trainer Enver Alisic jedenfalls nicht. „Wir müssen selbst Vorchecking spielen, sonst machen wir es dem Gegner zu einfach“, sagte Bosnien-Herzegowinas Ex-Nationaltrainer. Um bei den Filmstädtern erfolgreich zu sein, müssen die Wismarer in erster Linie die Mittelfeldachse Tretschok/Moritz ausschalten.
Auch die Gastgeber wollen ihr Heil in der Offensive suchen. „Wir wollen wie immer unser Spiel aufziehen und aggressiv und ideenreich auftreten“, sagte Babelsbergs Trainer Radislav Hodul. Die jüngste Niederlage in Neuruppin hat in der Mannschaft Spuren hinterlassen. „Wir sind natürlich nicht glücklich darüber. Aber was nützt es, wir müssen weiter arbeiten“, meint Hodul, dem fast alle Spieler zur Verfügung stehen. In guter Erinnerung wird André Hildebrandt das letzte Aufeinandertreffen der beiden Oberligisten behalten haben. Beim 1:1-Unentschieden am 8. Mai erzielte der zuletzt als Innenverteidiger eingesetzte Anker-Spieler ein Tor in der Nachspielzeit. Damit trugen die Wismarer dazu bei, dass Neuruppin und nicht Babelsberg in die Relegation um den Aufstieg in die Regionalliga eingezogen ist.




