Anker schlug sich gegen Hansa achtbar
14.07.2010
Tolle Stimmung herrschte gestern gegen 20.50 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion: 2400 Zuschauer verabschiedeten Oberliga-Aufsteiger FC Anker Wismar und Drittligist FC Hansa Rostock nach dem Abpfiff des Testspiels mit tosendem Applaus. Anschließend stürmten viele kleine, aber auch einige große Fans aufs Spielfeld, um Fotos und Autogramme zu ergattern. Vor allem die Unterschriften der Spieler des Zweitliga-Absteigers, der sich zuvor knapp mit 3:2 durchgesetzt hatte, standen hoch im Kurs. So bildeten sich um Stephan Gusche, Kevin Pannewitz und um den lächelnden Keeper Jörg Hahnel regelrechte Trauben.
Kurz nach 19 Uhr war die Miene des Torwarts allerdings alles andere als freundlich. Denn nicht einmal 120 Sekunden, nachdem die beiden Mannschaften von E-, F- und G-Junioren des FC Anker auf den Rasen begleitet wurden und der Schiri die Partie angepfiffen hatte, lag der Ball bereits in seinem Kasten. Wismars Kapitän Fabian Bröcker hatte einen Freistoß direkt verwandelt und für Riesenjubel im Rund gesorgt. Und bei diesem Treffer blieb es bis zur Pause. Der FC Hansa beherrschte in seinem siebten und damit vorletzten Testspiel zwar das Geschehen, doch ein Tor brachte er nicht zustande. Entweder scheiterten die Rostocker an Schlussmann Johannes Bröcker und seinen Vorderleuten oder verfehlten das Gehäuse. Das änderte nach der Pause, in der Eintrittskarten für den letzten Hansa-Test gegen den portugiesischen CD Feirense und für die Boxnacht (beides am Sonnabend in Schwerin) verlost wurden sowie die Cheerleader vom Kinder- und Jugendfreizeitzentrum ihr Können zeigten.
Denn innerhalb von acht Minuten trafen die Gäste dreimal. Zunächst war Mohammed Lartey erfolgreich (53., 55.), dann schoss Sergej Evljuskin ins Anker-Tor (61.). Aber mehr ließ der Oberligist nicht zu. Ganz im Gegenteil. In der 63. Minute bereitete Sissoko Moussa toll vor und Marcel Heine überwand Jörg Hahnel mit einem Schuss durch die Beine.
„Dafür, dass wir erst in der letzten Woche mit dem Training angefangen haben, bin ich zufrieden", sagte Wismars Verteidiger Niels Laumann nach dem Abpfiff. Den erlebte Fabian Bröcker auf der Bank. Er musste sich auswechseln lassen, da ihn eine große Blase an der Ferse plagte. „Die Schmerzen waren einfach zu groß", so der Kapitän. Sein Trainer Timo Lange war mit dem Ergebnis „nicht unzufrieden".
Der Genickbruch seien die drei kurz aufeinanderfolgenden Gegentore gewesen. Er kritisierte, dass sich seine Mannschaft zu wenige Standards - keine Eckbälle - herausarbeitete. Hansa-Coach Peter Vollmann zollte Anker Respekt und bemängelte die schlechte Chancenauswertung seines Teams.
Sein nächstes Testspiel bestreitet der FC Anker am kommenden Sonnabend beim NTSV Strand 08, der als Verbandsliga-Meister in die Schleswig-Holstein-Liga aufgestiegen ist. Im heimischen Kurt-Bürger-Stadion können die Fans das Lange-Team wieder am 31. Juli erleben. Dann ist Regionalligist Hamburger SV II zu Gast.
FC Anker spielte mit: Höcker - Schnöckel (57. Schameitke), Seering, Laumann, Martens (75. Gierahn) - Schwandt, Bröcker (57. A. Hildebrandt, 87. Suppa), Niemeyer (68. Bernwald), Rosinski - Moussa (75. Wulff), Heine
Hansa spielte mit: Hahnel - Schybra, Wiemann (64. Pannewitz), Gusche, Pelzer (46. Vujanovic), Müller, Langen (46. Evljuskin), Becker (46. Albrecht), Lartey (64. Bolivard), Schied (46. Jänicke), Neitzel (46. Lange)
von Sven Asmus (Ostsee-Zeitung)




