Anker nur Remis gegen Schlusslicht Lübz
27.04.2009
Beim 1:1 bot der Tabellendritte FC Anker Wismar gegen den Tabellenletzten Lübzer SV eine enttäuschende Vorstellung. Zwar ging Anker gegen die defensiv eingestellten Lübzer vor 378 Zuschauern mit 1:0 durch Sissoko Moussa (73.) in Führung, doch nur 60 Sekunden später glich Scheel aus. Damit warten die Wismarer nach dem enttäuschenden Remis gegen den Tabellenletzten nun bereits seit dem 6. Dezember auf einen Heimsieg. Trotzdem behaupten die Hansestädter weiterhin den 3. Tabellenplatz.
„Wir haben heute einfach nicht richtig in das Spiel gefunden und als wir dann doch in Führung gegangen sind, haben wir uns praktisch im Gegenzug einen groben Abwehrschnitzer geleistet, den die ansonsten sehr defensiv ausgerichteten Lübzer zum Ausgleich nutzen konnten", so Anker-Co-Trainer Dirk Taflo. Er wechselte sich in der 64. Minute für den verletzten Steffen Hildebrandt ein und vertrat zusammen mit Jörg Broberg Cheftrainer Timo Lange (Jugendweihe seines Sohnes). Die Hausherren waren vor der Pause die optisch bessere Mannschaft, doch die klareren Torchancen besaßen die Gäste. So köpfte Björn Gierahn (21.) einen indirekten Freistoß von der Fünfmeterlinie von der Torlinie. Für Gierahn war diese Partie sicher besonders schwer, denn am letzten Wochenende verstarb plötzlich sein Vater. Als Zeichen der Verbundenheit spielten die Gastgeber mit einem Trauerflor. Nach dem Seitenwechsel kam mehr Gefahr in den Lübzer Strafraum. Die Führung war folgerichtig, doch leider schlief die Ankerabwehr im Gegenzug. Aber nicht nur dieser Ausgleichstreffer war für die Hausherren sehr bitter, denn mit Björn Gierahn und Fabian Bröcker sahen zwei Spieler ihre fünfte gelbe Karte und müssen am nächsten Spieltag aussetzen. Zudem schied Steffen Hildebrandt mit einer Knöchelverletzung aus, während Abwehrspieler Niels Laumann nach einem Zusammenprall mit einem Lübzer mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus musste. Nicht nur am Rande: Der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern praktiziert seit einigen Jahren den Schiedsrichteraustausch mit benachbarten Landesverbänden. So weit so gut, doch die Qualität sollte dabei ausschlaggebend sein. Anker hat an den beiden letzten Spieltagen damit extrem unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Während der polnische Unparteiische am letzten Wochenende in Drögeheide eine gute Leistung bot, war der Mann in Blau aus dem Landesverband Hamburg an diesem Spieltag eine herbe Enttäuschung. Nicht, dass ihm das magere Unentschieden der Gastgeber zuzuschreiben ist, aber seine Leistung war noch mäßiger als die Qualität des Ankerspiels.
Anker: Höcker - Kanter, S. Hildebrandt (64. Taflo), Kanter, Laumann (80. Wulff) - Rosinski, Bröcker, A. Hildebrandt, Ohl, - Heine, Moussa.
von Andreas Kirsch (Ostsee-Zeitung)




