Anker erwartet morgen Spitzenreiter Neuruppin
10.02.2006
Oberligist FC Anker Wismar startet morgen um 14 Uhr in die Rückrunde. Die Hansestädter empfangen auf dem Kunstrasenplatz den Tabellenführer und Aufstiegsaspiranten MSV Neuruppin. Das diesjährige Heimdebüt des FC Anker Wismar gegen den Tabellenführer MSV Neuruppin steht auf der Kippe. Stadtvertreter haben bei der gestrigen Platzbesichtigung den Kunstrasen grundsätzlich für bespielbar erklärt. Heute entscheidet Staffelleiter Bernd Wusterhausen darüber, ob die Sicherheitsbedenken des FC Anker berechtigt sind. Wenn nicht, dann hätte der Schiedsrichter das letzte Wort. Beide Vereine müssen zunächst davon ausgehen, dass die Partie wie geplant morgen um 14 Uhr auf dem Wismarer Kunstrasenplatz angepfiffen wird.
Dabei stehen sich – trotz der vielen Verstärkungen auf Wismarer Seite – zwei ungleiche Vereine gegenüber. Während bei Anker nur der Klassenverbleib Priorität hat, wollen sich die Neuruppiner im zweiten Anlauf für die Regionalliga qualifizieren. „Wir haben Respekt vor Neuruppin, können aber mithalten“, ist Wismars Cheftrainer Enver Alisic überzeugt. „Ich habe nichts gegen den Aufstieg“, ließ MSV-Trainer Christian Schreier vor dem Rückrundenstart verlauten. Der 331-fache Ex-Bundesligaspieler hat seine Truppe mit den Defensivkräften Wolchow, Ermel (beide von TeBe Berlin) und Boden (Union Berlin) sowie mit dem Stürmer Kukulies (BFC Dynamo) verstärkt. Ein Signal an die Konkurrenz. Schreier geht davon aus, dass sein Team (34 Punkte) mit den beiden Verfolgern Babelsberg (34) und Union (31) in einem „Dreikampf“ um den Aufstiegsplatz buhlen wird.
Ein Sieg bei Anker ist also Pflicht für den MSV Neuruppin. In der Geschichte beider Klubs hat es erst ein Aufeinandertreffen in Wismar gegeben. Vor etwa elf Monaten, am 12. März 2005, erkämpften sich die Gastgeber ein 1:1-Unentschieden. Auf Kunstrasen. Mit diesem Ergebnis könnten die Wismarer auch morgen leben. Die Tore müssen aber andere schießen, denn MSV-Torgarant Aymen Ben-Hatira wechselte vor der Saison zum KSV Baunatal, während Wismars Spielgestalter Daniel Köhn seit dieser Spielzeit die Schuhe für den Verbandsliga-Spitzenreiter FC Schönberg schnürt. Am Dienstagabend war der FC Schönberg zu einem Testspiel beim FC Anker eingeladen. Durch Tore von Florian Zysk (40./Wismar) und Christian Urgast (90./Schönberg) trennten sich die Mannschaften leistungsgerecht 1:1-unentschieden. „Im ersten Testspiel in Kiel waren wir bei 50 Prozent. Gegen Schönberg haben wir 88 Prozent von unserem Leistungsvermögen abgerufen“, meint Alisic.
„Die fehlenden zwölf Prozent haben wir in der Zwischenzeit durch Einzelgespräche und einstündiges Taktiktraining wettgemacht.“ Auf dem Theorie-Lehrplan des 59-Jährigen stand „Taktisches Verhalten in verschiedenen Spielsituationen“. Bei der Umsetzung können die beiden Langzeitverletzten David Rosinski und Tino Goebel sowie Kapitän Jakov Kolak (keine Freigabe) nicht mitwirken. Sasa Disic und Daniel Schnee haben dagegen ihre Spielerlaubnis rechtzeitig erhalten. Auch Christian Donner könnte nach überstandener Adduktorenzerrung morgen gegen den Aufstiegsaspiranten auflaufen.




