Alisic: Sieg in Neustrelitz ist Pflicht

28.10.2005


Vor dem Landesderby zwischen der TSG Neustrelitz und dem FC Anker Wismar (Anpfiff: Sonntag, 14 Uhr) haben beide Seiten eine ähnliche Ausgangsposition. Die ersten zehn Spiele der Kontrahenten lesen sich wie eine Verkettung unglücklicher Umstände. „Mit zwölf Punkten hätte man nach dem Verlauf der Spiele rechnen können. Stattdessen sind es nur sieben“, beklagt der Neustrelitzer Trainer Ullrich Schulze. „Wir haben wichtige Punkte liegen gelassen“, ärgert sich sein Wismarer Kollege Enver Alisic noch heute über die Punktverluste in Falkensee (2:2) und gegen Torgelow (3:4).

Und so kommt es, dass das Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften der Papierform nach im Zeichen des Abstiegskampfes steht. Dort kennen sich beide Mannschaften bestens aus, denn sie konnten den Abstieg in die Verbandsliga in der zurückliegenden Saison gerade noch abwenden. Abstiegsplatz oder Anschluss an das Mittelfeld: Um nicht mehr und nicht weniger geht es für die Wismarer am Sonntag. „Eigentlich ist ein Sieg für uns Pflicht“, meint denn auch Alisic, dessen Team in fünf Auswärtsspielen bisher noch keinen Punkte-Dreier verbuchen konnte. Schwierigkeiten machen die beruflichen Verpflichtungen einiger Spieler und der damit verbundene Trainingsrückstand. „Unser Ziel ist es, dass die Spieler sich blind verstehen und aufeinander verlassen können.“ Eine Schlüsselrolle kommt dabei Kapitän Steffen Hildebrandt zu, der nach abgesessener Gelb-Sperre wieder ins Team zurückkehrt. Sebastian Mahnke hat sich hingegen erneut am Fuß verletzt und muss ebenso wie Mark Weidemann (Muskelfaserriss) und Laszlo Zsigry (Magen-Darm-Infekt) passen.

Bei den Neustrelitzern fehlen Routinier Marko Zallmann und Flügelflitzer David Wogurka. Trotzdem hält Ullrich Schulze ein Erfolgserlebnis gegen Wismar für möglich: „Wir sind spielerisch vielleicht nicht ganz so stark wie Anker. Dafür ist meine Mannschaft konditionell topfit und der Einsatz hat bisher immer gestimmt.“ Über Schwachstellen beim Gegner, der damals allerdings noch in völlig anderer Besetzung gespielt hat, konnte sich der TSG-Coach beim 2:2-Unentschieden in Falkensee überzeugen. Enver Alisic hat die Neustrelitzer bei ihrer 0:2-Niederlage in Neuruppin beobachtet und seine Schlüsse aus der Spielweise des Gegners gezogen. So kündigte er wieder eine „kleine taktische Überraschung“ an. Ebenso wie Ullrich Schulze setze er auf mannschaftliche Geschlossenheit und Kampf. Der Wismarer Chefcoach bekam indes einen Vertrauensbeweis für seine Arbeit. Am Dienstagabend hat der Vorstand des FC Anker den Trainer noch stärker an den Verein gebunden. Wie der 58-Jährige mitteilte, ist er nun als Sportdirektor auch für die Reserve- und Nachwuchsmannschaften mitverantwortlich. Alisic sieht seinen Aufgabenbereich darin, den Jugendbereich umzustrukturieren: „Dazu gehört, dass ich allen Nachwuchstrainern das gleiche taktische System wie in der ersten Männermannschaft nahelege.“

Robert Schwarz