Abschiedsspiel gegen Türkiyemspor

26.05.2006

Am Sonntag um 14 Uhr beginnen im Kurt-Bürger-Stadion die letzten 90 Oberliga-Minuten des FC Anker Wismar. Mit einem Heimspiel gegen Türkiyemspor Berlin (7.) verabschiedet sich der Verein aus der vierthöchsten Spielklasse, ein Jahr nachdem die Mannschaft des damaligen Trainers Axel Rietentiet zum ersten und bislang einzigen Mal den Oberliga-Klassenerhalt feierte. Künftig heißen die Gegner Lübzer SV und SV Waren. Attraktive Kontrahenten wie Union Berlin und FC Hansa Rostock II gehören mindestens ein Jahr lang der Vergangenheit an.

Ein Spiel bleibt den Hanseaten in der vierthöchsten Spielklasse noch. Der Gegner Türkiyemspor Berlin, seit sechs Jahren ununterbrochen in der Oberliga, verkörpert diese Liga wie kaum ein anderer Verein. Bego Catic, der den FC Anker Wismar seit Beginn der Rückrunde trainiert, kennt den Migranten-Klub und viele seiner Mitglieder sehr genau. „Dieser Verein ist meine große Liebe“, bekennt der kroatischstämmige Fußball-Lehrer. 1992, nach seinem Abschied aus dem türkischen Profi-Fußball, zog es Catic zum aufstrebenden Verein nach Berlin. Dort blieb er fünf Jahre lang. 1994 stieg Bego Catic mit Türkiyemspor in die Regionalliga auf. Vergangenheit hin oder her – geschenkt bekommen die Wismarer auch bei ihrem letzten Oberliga-Auftritt nichts. Erst am vergangenen Wochenende besiegte die Berliner Mannschaft von Thomas Herbst den Tabellenzweiten MSV Neuruppin mit 1:0. Türkiyemspor hat in 29 Spielen nur achtmal verloren. Weniger Niederlagen haben nur Union Berlin und Neuruppin auf ihrem Konto. Dessen ungeachtet wiederholt Catic sein allwöchentliches Motto: „Wir wollen alles tun, um einen Sieg einzufahren.“ Es ist ihm auch ein persönliches Anliegen. „Die Zuschauer haben es sich verdient.“

Treibende Kraft im Wismarer Offensivspiel – Catic will mit drei Spitzen spielen lassen – soll wieder der 18-jährige Marcel Heine sein. Der 19-jährige Verteidiger Mathias Springer darf sich Hoffnung auf seinen zweiten Oberliga-Einsatz machen. Junge Spieler sollen künftig das Fundament bilden. Mit ihrer Hilfe wollen Catic und Co. mittelfristig dafür sorgen, dass die 90 Oberliga-Minuten am Sonntag nicht die letzten gewesen sein sollen. Während es den Wismarern um ein positives Abschiedsspiel geht, kämpfen drei Vereine noch um den Klassenerhalt. Die TSG Neustrelitz (30 Punkte), Motor Eberswalde (30) und der SV Falkensee/Finkenkrug (29) treten im Fernduell gegeneinander an. Sie haben es am letzten Spieltag mit Staffelsieger Union Berlin, Verfolger MSV Neuruppin und dem Tabellenvierten SV Babelsberg zu tun.

Robert Schwarz