1. FC Union Berlin kommt heute Abend zum Spiel des Jahres
03.05.2006
Ein Kracher für Wismar: Unter den Augen einer großen Zuschauermenge werden die „Eisernen“ heute im Kurt-Bürger-Stadion spielen. Ein Traumgegner und über 1000 Zuschauer sollen das drittletzte Oberliga-Heimspiel des FC Anker Wismar zu einem Fußballfest machen. Heute um 19 Uhr steigt im Kurt-Bürger-Stadion das Spiel des Jahres. Mehr als 700 gegnerische Fans, die mit einem Entlastungszug der Deutschen Bahn anreisen, werden am frühen Abend in Wismar erwartet.
Der 1. FC Union Berlin, Traditionsklub, Ligaprimus und Zuschauermagnet, wird zum ersten Mal ein Punktspiel in der Hansestadt absolvieren. So schnell wird es keine Neuauflage dieser einmaligen Oberliga-Begegnung geben – Union ist der Aufstieg kaum mehr zu nehmen, Anker trotz der jüngsten zwei Siege fast schon abgestiegen. Die Gastgeber sind krasser Außenseiter, rechnen sich aber trotzdem eine Chance gegen den übermächtigen Gegner aus. „Wir können eine Überraschung schaffen“, glaubt FCA-Trainer Bego Catic. Beflügelt werden die Hoffnungen der Wismarer durch die Erfolge gegen Yesilyurt (3:2) und beim Berliner AK (3:1) in der vergangenen Woche.
Mit Unions Bilanz von zuletzt sieben Siegen in Folge können die Westmecklenburger indes nicht mithalten. Seit sechs Spielen trainiert Christian Schreier die „Eisernen“. Er ist nach Frank Lieberam und Georgi Wassilev bereits der dritte Union-Trainer in dieser Saison. Von 2002 bis 2003 war Schreier Coach des damaligen Oberliga-Meisters FC Schönberg 95. Nun soll er den Aufstiegsfavoriten aus Berlin zurück in die Regionalliga führen. Ein Sieg in Wismar würde dem Verein das Ziel ein großes Stück näher bringen. „Es wäre natürlich optimal, wenn wir mit neun Punkten Vorsprung in das entscheidende Spiel gegen Babelsberg gehen könnten“, blickt Schreier voraus, dem mit Mattuschka und Bönig (beide gelb-gesperrt) zwei Mittelfeldstützen fehlen. Zudem ist der Einsatz von Wunderlich (Grippe) fraglich. Der erfolgreichste Oberliga-Trainer der vergangenen Jahre warnt allerdings vor dem FC Anker: „Obwohl die Wismarer beinahe abgestiegen sind, haben sie sich erholt und spielen ansehnlichen Fußball. Wenn wir das Spiel auf die leichte Schulter nehmen, erleben wir eine böse Überraschung.“
Die Wismarer Träume auf einen Punktgewinn oder gar einen Heimsieg beruhen auf einer ähnlich starken Mannschaftsleistung wie beim Berliner AK und insbesondere auf Torjäger Josko Goreta. Der 25-Jährige hat 15 Oberliga-Tore und damit mehr als die Hälfte aller Treffer für Anker erzielt, allein in den letzten beiden Spielen netzte er viermal ein. Union wäre nicht Union, wenn sie nicht den besten Torschützen in ihren Reihen hätten. Der 38-jährige Daniel Teixeira machte in dieser Spielzeit 22 Tore in 21 Oberliga-Partien. Unter anderem traf er zweimal im Hinspiel gegen Anker, das Union mit 6:0 gewann. So eine Klatsche, darin sind sich die Wismarer einig, soll es heute Abend nicht geben.




